Die Indogermanischen Sprachen |
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| 5./4. Jt. v. Chr. Karten: [REN] [DTV S. 40] |
Die indogermanische (oder indoeuropäische) Sprachfamilie ist mit 900
Millionen Sprechern (1989) eine der größten. Zu ihr rechnet man u. a. folgende
Sprachgruppen:
Man nimmt an, daß eine indogermanische Ursprache im 5./4.Jt. v. Chr.
entstanden ist. Das Ursprungsgebiet ist nicht zweifelsfrei geklärt. Frühe
Theorien gehen von einem Kernlad in Zentral- oder Nordeuropa aus, andere von
Südrussland oder Asien. |
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Erste Lautverschiebung |
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| 400-250 v. Chr. | Durch die erste oder germanische Lautverschiebung sonderte sich das
Germanische von den anderen indogermanischen Sprachen ab. Dieser Vorgang dürfte
ca. 400-250 v. Chr. abgeschlossen gewesen sein. Einige wichtige Verschiebungen sind: p > f griech. poly dt. viel (z. B. Polyglott) t > þ lat. pater engl. father k > ch lat. cornu dt. Horn b > p d > t g > k |
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Althochdeutsch |
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| 750 - 1050 |
Der Begriff "deutsch" taucht zum ersten Mal in Form des lateinischen "theodiscus" auf und ist seit Ende des 8. Jhdts. belegt. Er bezeichnet ursprünglich die Sprache des Volkes im Gegensatz zum Latein als Gelehrtensprache. Ende des 9. Jhdts. wird der Begriff durch "teutonicus" verdrängt, im Französischen durch "alemant". Althochdeutsch wird jene Schreibsprache genannt, die zwischen dem 8. und dem 11 Jh. in der Überlieferung auftaucht und bereits gewisse Element der 2. Lautverschiebung erkennen läßt. |
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Zweite Lautverschiebung |
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| Beginn im 7. Jh. |
In der zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung setzt sich das Hochdeutsche vom Niederdeutschen und den anderen germanischen Sprachen (z. B. dem Englischen) ab. Die Verbreitung scheint vom Süden ausgegangen zu sein. Im Anlaut und bei Verdopplung
t > tz engl. town dt. Zaun
p > pf engl. pound dt. Pfund
engl. apple dt. Apfel
k > ch, kch engl. cook dt. kochen
Verdoppelung im Wortinnereren
p > ff engl. ship dt. Schiff t > zz engl. let dt. lassen k > ch, h engl. make dt. machen þ > d engl. brother dt. BruderEinen guten Vergleich zwischen dem Niederdeutschen und dem Hochdeutschen bilden zwei Rechtsbücher aus dem 13. Jh. [WED S. 18]
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Mittelhochdeutsch |
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| 1050 - 1350 |
Man unterscheidet im Mittelhochdeutschen drei Zeitabschnitte, wobei das klassische Mittelhochdeutsch (1170 - 1250) mit seiner höfischen Dichtung am bekanntesten sein dürfte. Das Mittelhochdeutsche bezeichnet im Wesentlichen eine Litertursprache und Sprache der Oberschicht.
Beispiel Nibelungenlied (ca. 1200), [NIB S. 6]:
Im Vergleich dazu ein mittelenglisches Beispiel, Sir Gawain and the
Green Knight (vor 1400), [TOL S. 2]: |
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Diphtongierung/Monophtongierung |
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| ab 12. Jh. | Bei der Diphtongierung werden lange Einzelvokale zu Doppellauten.
Hierdurch grenzte sich das Mittelhochdeutsche vom Neuhochdeutschen ab. Der
Vorgang ging vom Bayerischen Raum aus und verbreitete sich bis zum 16. Jh bis
ins Mitteldeutsche.
î > ei iu > eu û > au mhd. mîn niuwez hûs nhd. mein neues HausBei der Monophtongierung handelt es sich um den umgekehrten Vorgang, hier werden Doppellaute zu langen Einzelvokalen. Die Ausbreitung geschah vom norwestlichen Mitteldeutschland aus und ist bis heute noch nicht ins Bairische vorgedrungen. ie > i uo > u Üe > Ü mhd. liebe guote brÜeder nhd. liebe gute BrÜder |
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Frühneuhochdeutsch |
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| 1350 - 1650 | Martin Luthers Wirken (Bibelübersetzung 1522) liegt mitten in einer Zeit des sprachlichen Umbruchs, aus dem später das jetzige Neuhochdeutsch hervorgeht. Er verwendet zum Teil auch noch verschiedene Schreibweisen wie z. B. bei hilfe/hülfe. | ||
Neuhochdeutsch |
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| ab 17. Jh. | Ab dem 17. Jh. vereinheitlichen sich die unterschiedlichen Sprechweisen, allerdings ist bis ins 19. Jh. keine anerkannte Norm der Rechtschreibung vorhanden. Gegen Ende des 18. Jh. setzt sich die in Ostmitteldeutschland gesprochene Sprache durch, da diese Gegend im kulturellen Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. So wird Leipzig etwa zu dieser Zeit zum Zentrum des Buchhandels. Es gibt immer wieder Normierungsbestrebungen, die vor allem für die Schriftsprache gelten. Im Laufe des 17. Jhs. entwickeln sich die ersten Sprachgesellschaften, 1880 erscheint Konrad Dudens Wörterbuch. |
Niederdeutsch/Plattdeutsch |
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| Karten: [SAN S. 241] |
Das Plattdeutsche hat die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht. Die niederdeutsch/hochdeutsche Mundartgrenze liegt auf der sog. maken/machen-Isoglosse, die bei Düsseldorf denRhein schneidet. |
Mitteldeutsch |
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| Karten: [DTV S. 120] |
Der Mitteldeutsche Sprachraum ist etwas kleiner als das gleichnamige geographische Gebiet. Er erstreckt sich auf der Breite von Straßburg bis Köln nach Osten. Das Zentrum bildet die Gegend um Erfurt und Leipzig. |
Oberdeutsch/Bairisch |
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| Karten: [ZEH S. 17] |
Bairisch als Sprachbezeichnung bezeichnet den oberdeutschen Dialekt, der in
Ober- und Niederbayern, der Oberpfalz, in österreich (Ausnahme Vorarlberg)
und Südtirol heimisch ist. Im heutigen Bayern gibt es daneben noch das
Schwäbische, das Ostfränkische, das Rheinfränkische und das Thüringische. Ausgewählte Merkmale des Bairischen (wenn nicht selbst erfunden, dann aus [ZEH])
Diphtonge (S. 78f)
Konsonantenschwächung (S. 83f)
Betonung (S. 91f)
Das Perfekt (S. 98ff)
Der Dativ (S. 106f)
Mehrfache Verneinung (S. 149)
Grüßen auf bairisch (S. 191ff)
Mundfaulheit (S. 195f) |